Interview mit Mary von Green Looks Great

Gründerin, Mary, von dem Fair Fashion & Green Lifestyle Blog 'Green Looks Great' berichtet über Ihre Umstellung von Fast Fashion zu Fair Fashion und was sie dazu bewegt hat.

Wann hast du begonnen, dich für faire Mode zu interessieren?

Der ausschlaggebende Moment mein Shopping Verhalten zu ändern war Anfang 2016 als ich den Film ‚The True Cost‘ sah. Am selben Abend entschied ich: Egal wie, mein Kleiderschrank wird fair und nachhaltig! Einerseits hatte ich zwar Bedenken, dass meine Lust auf modische Kleidung nicht mit Eco-Fair Fashion erfüllt werden kann. Andererseits wollte ich mir selbst beweisen, dass guter Style und Nachhaltigkeit Hand in Hand gehen können. Also begann ich intensiv zu recherchieren und war positiv überrascht, wie viele nachhaltige, trendige Modelabels existieren. Ein paar Monate später startete ich dann mein Blog ‚green looks great‘, auf dem ich mein wachsendes Wissen über die vielen öko-fairen Alternativen zu Fast Fashion teile.

Ist es dir schwergefallen, komplett auf Fair Fashion umzusteigen?

Meine Umstellung auf Fair Fashion ging ziemlich schnell, seit Anfang 2017 habe ich kein neues Fast Fashion Teil mehr gekauft. Das liegt zum Einen daran, dass ich so viele Fair Fashion Brands gefunden habe, deren Style ich total mag. Zum Anderen hatte ich schon vorher einen vollen Kleiderschrank mit Kleidungsstücken und Accessoires, die ich noch viele Jahre tragen möchte und mit meinen neuen Fair Fashion Lieblingsteilen kombiniere. Das Wichtigste bei der Umstellung fiel mir allerdings gleichzeitig am schwersten: Weniger kaufen! Denn auch wenn wir nur noch öko-faire Kleidung kaufen, werden dafür neue Ressourcen verwendet. Deshalb versuche ich seit Anfang 2018, die Anzahl der von mir neu gekauften Kleidungsstücke drastisch zu reduzieren und setze mir jedes Jahr ein neues Limit. Momentan bin ich bei meinem Ziel von maximal 12 neuen Kleidungsstücken pro Jahr, inklusive Unterwäsche, Schuhe und Accessoires.

MARY GREENLOOKSGREAT FAIR UND NACHHALTIGE MODE INTERVIEW ECOLOOKBOOK
MARY GREENLOOKSGREAT FAIR UND NACHHALTIGE MODE INTERVIEW ECOLOOKBOOK

Mit welchem Schritt sollte jede*r von uns anfangen?

Anfangen kritisch zu hinterfragen, ist für mich der wichtigste Schritt überhaupt. Das bedeutet zu hinterfragen, wie das Kleidungsstück produziert wurde: Z.B. besteht es aus nachhaltigen Materialien, wurde es unter fairen Bedingungen hergestellt und steckt hinter der Marke eine ethische Unternehmensphilosophie? Zum Anderen aber auch den eigenen Modekonsum zu hinterfragen: Sollte ich das neue Kleidungsstück jetzt wirklich kaufen? Denn auch wer viel Abwechslung im Kleiderschrank möchte, kann nachhaltiger konsumieren. Es gibt mittlerweile so viele tolle Alternativen zum Kauf neuer Kleidung, wie Kleidung mieten, tauschen oder secondhand shoppen.

In welchem Bereich außer Mode fällt es dir besonders leicht, nachhaltig zu leben?

Besonders leicht fällt mir der Bereich Ernährung. Schon vor ca. 20 Jahren begann ich auf Bio-Lebensmittel umzustellen, weil meiner Meinung nach nur eine biologische Landwirtschaft langfristig Sinn macht. Die Umstellung auf Bio-Lebensmittel hatte ich bereits als Studentin mit extrem niedrigen Budget begonnen und mit steigendem Einkommen (und erweitertem Bio-Angebot) immer mehr ausgeweitet. Ich kaufe jede Woche auf dem Wochenmarkt oder auf dem Bauernhof ein und esse möglichst saisonal, regional und vegan. Ich kaufe generell nur was ich brauche, denn ich möchte keine Lebensmittel wegwerfen – was zum Einen mit dem höheren Preis der Bio-Produkte zusammenhängt, aber vor allem weil ich total gegen Ressourcenverschwendung bin.

Finde mehr heraus über ethische Mode, grünen Lebensstil, bewusstes Konsumverhalten und vegane Ernährung bei greenlooksgreat.blog oder folge Mary's Blog @greenlooksgreat auf Instagram.

 

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