Faire und ethische Produktion

#WhoMadeMyClothes der Hashtag in aller Munde.

Unter ethischer Produktion versteht man, dass mit Achtung und Respekt gegenüber den Menschen produziert wird. Das bedeutet, dass die Menschen gleiche Gehälter erhalten und unter sicheren Arbeitsbedingungen ihrer Arbeit nachgehen können. Und zwar vom Saatgut bis zum Verkauf.

Seit der Katastrophe auf dem Rana Plaza im Jahr 2013, bei der mehr als 1.100 Bekleidungsarbeiter starben und Tausende weitere verletzt wurden, geben Bekleidungsarbeiter und Menschenrechtsorganisationen ihr Bestes, um die Gesetzgebung zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Modeindustrie voranzutreiben. Dies ist jedoch nach wie vor eine Herausforderung, die wir in Zusammenarbeit mit unseren Marken bei ECOLOOKBOOK zu bewältigen versuchen.

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Kinderarbeit

Statistiken aus unterschiedlichen Branchen zeigen, dass weltweit Millionen Kinder Kinderarbeit betreiben.

Allein in der Modeindustrie arbeiten Kinder in jedem Bereich der Produktionskette. Von der Produktion von Baumwollsamen in Benin, der Ernte in Usbekistan, der Garnspinnerei in Indien bis hin zu den verschiedenen Phasen der Konfektionierung von Kleidungsstücken in Fabriken in ganz Bangladesch.[1]

Der Druck in den Medien und von Menschenrechtsorganisationen hat viele Modemarken veranlasst, Kinderarbeit bei deren Lieferanten durch häufigere Werksprüfungen zu unterbinden. [2]

Leider ist es oft so, dass die Fast-Fashion-Marken sofort die Lieferanten wechseln, wenn Kinderarbeit verboten ist und Löhne und Arbeitsbedingungen sich verbessert haben, um Geld zu sparen. Um weiterhin liefern zu können, arbeiten die Fabriken einen Subunternehmervertrag aus, um den Anforderungen der großen Marken gerecht zu werden. Die Arbeit wird dann im Verborgenen erledigt, so dass der Eindruck entsteht, dass keine Kinderarbeit im Spiel war. Dies ist allerdings leider nicht der Fall. [3]

ECOLOOKBOOK arbeitet mit Marken zusammen, die sich engagieren und pro-aktiv das Bewusstsein für kinderfreie Arbeit in der Modebranche schärfen.

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Gerechte Entlohnung

Stell dir vor, du arbeitest 14 bis 16 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche, verdienst kaum mehr als einen Hungerlohn oder wirst gar nicht erst bezahlt…

Ganz gleich, wie hart sie arbeiten, Bekleidungsarbeiter(innen) sind in einem Teufelskreis der Armut gefangen. Die Arbeiter(innen) in der Bekleidungsindustrie haben kaum eine Möglichkeit an grundlegende menschliche Bedürfnisse wie Wasser, Unterkunft und Nahrung zu gelangen. Viele Familien können diesen Teufelskreis nicht durchbrechen, weil es ihnen an Bildung mangelt und sie kaum oder gar keine Ressourcen haben, die es für eine Veränderung benötigt. Diejenigen, die versuchen, diesen Teufelskreis zu durchbrechen, sind der Gewalt der Fabrikbesitzer und der Polizei ausgesetzt. [4]

ECOLOOKBOOKOK präsentiert Marken, die den existenzsichernden Lohn zahlen.

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Faire Arbeitsbedingungen

"Ausbeuterbetrieb" ein ziemlich strapazierter Begriff. Schenken wir dem überhaupt noch Aufmerksamkeit?

Bekleidungs- und Schmuckfabriken sind oft Orte, an denen tagtäglich die Gesundheit der Beschäftigten in unsicheren Gebäuden riskiert wird. Nicht selten werden gefährliche Chemikalien dort verwendet, es ist unerträglich heiß dort, es gibt keine Belüftung und keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser oder zur Toilette.[5]

ECOLOOKBOOK führt Marken, die sich für faire Arbeitsbedingungen in ihrer gesamten Lieferkette einsetzen.

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Verantwortung der Modemarken

Marken, die in Fabriken hergestellte Produkte bestellen, sollten Verantwortung dafür tragen, dass die Beschäftigten in ihrer gesamten Lieferkette respektiert und fair behandelt werden.

Oft entziehen sich Marken der Verantwortung, anstatt transparent zu machen, wer und wo die Kleidung hergestellt wird.

Transparenz ist besonders wichtig, um unerlaubte Supunternehmerverträge zu vermeiden, die zu Kinderarbeit, Ausbeutung von Frauen und ungeregelten Arbeitsbedingungen führt.

Je mehr Daten über die Lieferkette öffentlich sind, desto wahrscheinlicher ist es, dass missbräuchliche Bedingungen gemeldet werden und Marken zur Rechenschaft gezogen werden, sollten sie nicht verantwortungsbewusst handeln.[5]

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Verantwortungsbewusstsein der Regierungen

Verantwortung kommt von oben!

Die Regierungen der Produktionsländer weltweit sollten für die Arbeitsbedingungen und das Arbeitsrecht in den Fabriken verantwortlich sein. Sie sollten Maßnahmen ergreifen, um Menschenrechtsverletzungen zu verhindern und gegen sie vorzugehen, wie es in den Leitprinzipien der Vereinten Nationen zu Wirtschaft und Menschenrechten heißt. Doch das ist nicht immer der Fall.

Die wichtigsten Bekleidungsherstellerländer sind Indien, China, Bengladesch und Thailand. Wenn man bedenkt, dass diese Länder auf die Bekleidungsindustrie als Haupteinnahmequelle angewiesen sind und Millionen von Arbeitsplätzen schaffen, sollten sie mit gutem Beispiel vorangehen, indem sie für faire Arbeitsbedingungen und soziale Verantwortung sorgen. [6]

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Ausbeutung von Frauen

In den asiatischen Ländern, mit Ausnahme von Pakistan, stellen Frauen etwa 80% der Beschäftigten in der Bekleidungsindustrie dar. Die Fabriken stellen bevorzugt Frauen ein, weil sie oft gehorsam und schwächer als Männer sind. Und man kann sie auch noch in anderen Bereichen einsetzen, wie die Betreuung der Kinder. [7]

Weibliche Bekleidungsarbeiterinnen haben nur sehr begrenzte oder gar keine Rechte. So entlassen beispielsweise Fabrikbesitzer und -manager häufig schwangere Arbeitnehmerinnen oder verweigern den Mutterschaftsurlaub und schauen weg, wenn männliche Manager oder Arbeiter weibliche Arbeitnehmerinnen sexuell belästigen.[8]

ECOLOOKBOOK ist bestrebt, Modemarken zu finden und vorzustellen, die die Rolle der Frau stärken.

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Worauf sollten wir als Verbraucher achten?

Die Macht der Verbraucher ist stärker als je zuvor und kann die Art und Weise wie Firmen arbeiten, beeinflussen.

Soziale Medien und ein verbesserter Zugang zu Informationen durch globale Bewegungen wie „Fashion Revolution“ und Menschenrechtsorganisationen haben Druck auf Modemarken ausgeübt, transparenter zu sein und verantwortungsbewusst gegenüber unserem Planeten und den Menschen zu handeln. Auf diese Hashtags kannst du achten: #whomademyclothes #whatsinmyclothes

Als Verbraucher sollten wir bewusst und wählerisch sein, wo und was wir einkaufen, und auf Transparenz bestehen.

Die Checkliste für nachhaltige und faire Mode

Photo: CC by Circular Flanders via CommonObjective.co
photo: fairtrade.net

Quellen:
[1] https://www.unicef.nl/files/child_labor_in_cotton_supply_chains_june_2017.pdf
[2] https://labs.theguardian.com/unicef-child-labour/
[3] https://www.textiletoday.com.bd/subcontracting-in-textile-and-clothing-sector-in-bangladesh/
[4] https://www.globallivingwage.org/industries/garment-textile/
[5] https://waronwant.org/sweatshops-bangladesh
[6] https://cleanclothes.org/faq/responsibility
[7] https://www.thecitizen.in/index.php/en/NewsDetail/index/7/16115/Exploitation-of-Women-Workers-In-Bangladeshs-Garment-Industry
[8] https://cleanclothes.org/issues/gender

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